www.bunkermuseum.de

 

Angriff auf Emden am 7. Juni 1942, 00.58 - 03.39 Uhr (Fliegeralarm)

© Dietrich Janßen, 26721 Emden, eMail: BunkerEmd@aol.com, 2005/2006

Bei der Suche nach Fotografien zum Thema Zwangs- und Fremdarbeiter in Emden fanden sich im Stadtarchiv Emden die nachstehenden Aufnahmen, die aus einer Schenkung des Herrn Johannes Bergmann aus Münster stammen. Nach weiteren mir vorliegenden Fotografien aus dem Zeitraum 1942 hat die Aufnahmen der Bereitschaftsführer der Luftschutzpolizei Jürgen Christoffers gemacht, der eine entsprechende Erlaubnis zur Herstellung von Aufnahmen als Diensthandlung besaß. Filmmaterial war schon zu der Zeit sehr schwer zu beschaffen und besonders die Herstellung von Positiven war nur besonderen Fotolaboren gestattet. Viele Aufnahmen aus der Kriegszeit, die Schadens- oder Brandstellen in Emden zeigen, sind sehr selten und sind zum größten Teil verschollen. So besaß die Stadt Emden als Luftschutzpolizei ein sehr großes Archiv von Aufnahmen der zerstörten Gebäude, die von der Kriminalpolizei hergestellt worden sind. Nach Kriegsende sind die Bilder, die sich im Luftschutzbunker Emsmauerstraße befanden, mitgenommen oder vernichtet worden. Die hier gezeigten Aufnahmen sind zum Teil von sehr schlechter Qualität, jedoch handelt es aus heutiger Sicht um einmalige zeitgeschichtliche Dokumente, die besonderen historischen Wert besitzen.

Am 7. Juni 1942 fand unter Abwurf von Leuchtbomben in der Zeit von 1.10 - 2.12 Uhr auf Emden ein sehr schwerer Angriff statt, der größere Schäden im in der Innenstadt verursachte. Insgesamt kamen 30 Personen ums Leben. An diesem Tag wurde auch auf das Dorf Twixlum eine Luftmine abgeworfen, die eigentlich die Flakstellung Larrelt treffen sollte. In Twixlum starben damals acht Menschen. Von dem Angriff auf das Dorf zeigen wir hier zum Schluss ebenfalls noch einige der seltenen Aufnahmen. Es wurden insgesamt etwa 200 Sprengbomben, drei Luftminen und ca. 7.000 Stab- und Phosphorbrandbomben abgeworfen. Durch die große Anzahl von Brandbomben brachen überall schlagartig in der Stadt und im Hafen zahlreiche Brände aus. Nach dem Eingang der ersten Feuermeldungen wurden sofort, trotz des noch anhaltenden Bombardements und des Flakfeuers in der Stadt und im Hafen, die Löschkräfte der örtlichen Luftschutzpolizei, die hier liegende halbe Kompanie SHD-Abteilung (mot.) 11 und die Werkfeuerwehren eingesetzt. Gleichzeitig wurden von der Befehlsstelle auswärtige Löschkräfte, Schutzpolizei Wilhelmshaven, SHD-Abtl. (mot.) 11 und 12 sowie die freiwilligen Feuerwehren von Norden, Ostsel, Lütesburg,, Dornum, Berumerfehn, Marienhafe, Upgant-Schott, Aurich, Walle Neermoor, Oldersum, Engerhafe, Leer und Oldenburg angefordert. Ab 2.50 Uhr konnten die ersten auswärtigen Löschkräfte laufend in der Stadt und im Hafenbereich eingesetzt werden. Schwierigkeiten gab es bei den Löscharbeiten, weil gleich zu Anfang das Wasserrohrnetz ausfiel.

 
 
 
 

Im wesentlichen wurde bei dem Luftangriff die Bebauung im Bereich der Neutorstraße, Am Bollwerk, Am Brauersgraben und der Kleinen Osterstraße getroffen. Der Angriff wurde nach einem Bericht der Royal Air Force Bomber Command 60th Anniversary, Campaign Diary June 1942, von 233 Flugzeugen - 124 Wellingtons, 40 Stirlings, 27 Halifaxes, 20 Lancasters, 15 Hampdens, sieben Manchesters - nach dem ersten großen Luftangriff auf Emden seit November 1941 geflogen. Neun Flugzeug - drei Manchesters, drei Wellingtons, zwei Stirlings und eine Halifax - gingen verloren. Die Mannschaften berichteten über gute Bombardierungsresultate und dieses wurde durch Luftbilder bestätigt. Der Wehrmachtsbericht und die Zeitung berichten kurz, dass ungefähr 300 Häuser zerstört und 200 ernsthaft beschädigt und dass 17 Menschen getötet sowie 49 verletzt wurden. Nur kleine Beschädigungen wurden in den Hafenanlagen gemeldet.

 
 

Fotografien, die teilweise aus der Sammlung des Emder Stadtarchivs stammen, werden hier wieder gegeben. Auch aus dem Archiv des Verfassers sind Aufnahmen der Zerstörungen für diese Seite verwendet worden. Wer noch weitere Aufnahmen besitzt möchte sich bitte an das Stadtarchiv Emden, Herrn Dr. Rolf Uphoff, Telefon 04921- 87 14 01 oder an mich per eMail wenden.

 

Blick vom "Centralhotel" zum Rathaus

Zwischen beiden Sielen, links das ehem. Kaufhaus Valk

     
Blick vom "Central-Hotel" Ecke Zwischen beiden Bleichen

Blick in die Neutorstraße

     
Cafe "Hohenzollern" Altes Bollwerk      
Am Apfelmarkt, im Hintergrund die luth. Kirche Am Apfelmarkt      
Kleine Osterstraße Altes Bollwerk aus der Richtung Beuljenstraße
     
Die Beuljenschule brennt Höhe Altes Bollwerk/An der Schlichte      
Altes Bollwerk Altes Bollwerk      
     
Altes Bollwerk mit der Rückseite der Häuser am Brauersgraben Brennende Häuser Am Brauersgraben, Rückseite der Gebäude An der Schlichte
     
Brennende Häuser An der Schlichte Ausgebrannte Häuser am Torfmarkt
     
Am Vierkant mit Blick zur Neuen Kirche Am Vierkant      
Doelestraße mit Blickrichtung zum Wall Ruine in der Doelestraße      
     
LS-Bunker Wolthusen Bahnhof Emden-Süd      
     
Wilhelmstraße Wilhelmstraße      
Wilhelmstraße Koppel & Co am Alten Markt brennt      
     
Alter Markt mit Blick zum Rathausturm LS-Bunker Mühlenstraße      
Häuser brennen in der Manningastraße Cirksenastraße      
     
Cirksenastraße Graf-Enno-Straße      
     
Graf-Enno-Straße Feuerlöschsprengung in der Graf -Johann-Straße, die Sprengladung wird eingebaut      
     
Die Sprengladung wird gezündet Nach der Sprengung des Hauses in der Graf-Johann-Straße      
Aufnahmen aus Twixlum vom 6./7. Juni 1942