Torpedoboot „Wolf“ untergegangen vor Dünkirchen, Dietrich Janßen, 2003/2009

Am 07. Januar 1941 lief das Torpedoboot „Wolf“ auf eine Mine im Ärmelkanal vor Dünkirchen und ging unter. Das Torpedoboot vom Typ 24 wurde 1936 erbaut, besaß 1320 ts und eine Länge von 93 m. Bei dem Untergang der "Wolf" kamen lt. einem Hinweis von Herrn Peter Lienau 45 Besatzungsmitglieder ums Leben ("Die deutschen Kriegschiffe 1815 - 1945"). Nach den vorliegenden Fotografien wurden jedoch nur 20 Besatzungsangehörige bestattet. Angaben zu dem eigentlichen Hergang des Unterganges des Schiffes sind bei den Emder Angehörigen des Karl Scheel nicht bekannt. Es liegen hier nur einige Schreiben der Wehrmachtdienststellen vor, die den Tod des Angehörigen und dessen Bestattung 1941 vermelden. Durch einen Zufall erhielt ich  von der Bestattung der Besatzungsmitglieder zwei weitere Aufnahmen, die mir von Herrn Hanscotte, Dünkirchen, zur Verfügung gestellt wurden.

Torpedoboot "Wolf"

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Karl Scheel, Emden, geboren am 20. Dezember 1915, gefallen am 08. Januar 1941 bei Dünkirchen, bestattet in Bourdon. Matrosenobergefreiter auf dem Torpedoboot „Wolf “im Ärmelkanal stationiert.

Abschriften:

Dienststelle                                                      den 13. Januar 1941.

Feldpostnummer M 17028.

Frau
Therese Scheel
Emden
   Gottfried Buerenstraße 79

Als stellvertretender Flottillenchef habe ich die traurige Pflicht, Ihnen im Nachgang zu der bereits übersandten kurzen Benachrichtigung zu bestätigen, daß Mann am 8.1.41. gegen 12 Uhr vor dem Feinde gefallen ist. Zusammen mit ihm haben der Kommandant und nicht wenige Kameraden ihre Treue zum Führer und Vaterland mit dem Tode besiegelt. Es ist aus bestimmten Gründen nicht möglich, Näheres über den Heldentod der Kameraden zu berichten. Ich kann nur mit Stolz darauf hinweisen, daß er zusammen mit seinen Kameraden als braver Soldat tapfer und unverzagt dem Tode entgegenschaute. Der Gefallene wurde am 11.1.1941. um 15 Uhr mit seinen Kameraden unter militärischen Ehren der Erde übergeben. Der Ort, an dem er beigesetzt wurde, kann Ihnen erst später mitgeteilt werden.

Möge Ihnen in Ihrem tiefen Schmerze der Gedanke ein Trost sein, daß der Gefallene sein junges Leben freudig eingesetzt hat für die bessere und schönere Zukunft unseres Vaterlandes und daß sein Heldentod als Beispiel treuester Pflichterfüllung uns stets vor Augen stehen wird.

                                                           Heil Hitler
                                                          gez. Unterschrift
Der Chef des Stabes                                   Wilhelmshaven, den 22. Januar 1941
Bestattung 11.01.1941 des
2. Admirals der Nordseestation[1]
An
Frau Therese Scheel,
Emden,
Gottfried-Buerenstr. 79.
  Ich habe die traurige Pflicht, Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß Ihr Mann, der
                               Matrosenobergefreite Karl Scheel
geb. am 20.12.1915, bei einem Einsatz seines Kommandos am 8. Januar 1941 den
                                               H e l d e n t o d
vor dem Feinde gefunden hat. Ihr Mann starb als tapferer deutscher Mann in treuester Pflichterfüllung und besiegelte seinen Treueid, den er unserem Führer und Vaterland geleistet hat, mit dem Tode.
Ehrensalve Die Kriegsmarine hat mit ihm einen tüchtigen Soldaten und geachteten Kameraden verloren, dessen Andenken in Ehren gehalten wird.
Ich spreche Ihnen zu dem schweren Verlust nein herzlichstes Beileid und meine aufrichtige Anteilnahme aus.

Möge Ihnen die Gewißheit Trost sein, daß Ihr Mann zur Erringung der Großdeutschen Freiheit beigetragen hat.

Nach einer hier vorliegenden Meldung sind die sterblichen Überreste Ihres Mannes geborgen und unter militärischen Ehren beigesetzt worden. Über die Grablage werden Sie gesondert unterrichtet.
 In aufrichtigem Mitgefühl
                                              gez. Unterschrift
                    (Siegel)[2]           Fregattenkapitän.
2. Admiral der Nordseestation[3]
Bestattung in Dünkirchen -Abteilung für aktives Personal-                      Wilhelmshaven, 22.4.1941.
B.Nr. 35068 P.A. 7 /1
An
Frau Therese Scheel,
Emden,                   Gottfried Buerenstr. 79
Im Anschluß an das Benachrichtigungsschreiben des 2. Admiral der Nordseestation vom 22.1.1941 wird Ihnen mitgeteilt, daß die sterblichen Überreste Ihres am 8. Januar 1941 gefallenen Mannes unter militärischen Ehren auf den Ehrenfriedhof in Dünkirchen Reihe M, Grab Nr. 170 beigesetzt wurden.
Seien Sie nochmals aufrichtiger Anteilnahme versichert.
                                               H e i l H i t l e r !
                                                   Im Auftrage:
                                                gez. Unterschrift
                                               Oberleutnant M.A.
[1] Briefbogen mit aufgedrucktem Absender und dem eisernen Kreuz 1939 mit Hakenkreuz.
Zwei Aufnahmen aus der Sammlung Hanscotte, Heilig-Pol-sur-Mer [2] Dienstsiegel der Kriegsmarine, 2. Admiral der Nordseestation, Hoheitsadler mit Hakenkreuz, Siegelnr. 3.
  [3] Gummistempel.