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Rede des Oberbürgermeisters Georg Frickenstein 1945 auf den Trümmern des Rathauses

Auf den Trümmern des zerstörten Emder Rathauses hielt der 1. Nachkriegsoberbürgermeister Georg Frickenstein am 10. Juni 1945 eine Rede, die mit den Sätzen begann: "Wenn ich zum ersten Male nach mehr als zwölf Jahren wieder zu meinen Emder Volksgenossen spreche, so darf ich als Motto an den Anfang meiner Ausführungen  das Wort herausstellen: "Ein anderer zog ich aus, ein anderer kehr ich wieder". Zwischen dem 20. und 30. Mai 1945 betrat Frickenstein, der von dem Militärgouverneur Newroth eingesetzt wurde, das provisorische Rathaus in der Emsschule, um eine neue demokratische Verwaltung und den Wiederaufbau der Stadt Emden einzuleiten. Die Rede schloss mit den Worten: "Gott gebe unserem Werk seinen Segen, daß neues Leben aus den Ruinen unserer lieben Heimatstadt Emden erblühen möge!"

 

Die Ratsmitglieder der "ernannten Stadtvertretung" Emdens vom 7. Dezember 1945 (Fotografien)

 

Zusammensetzung der nach dem vorläufigen Ortstatut zu bildenden Ausschusse der ernannten Stadtvertretung in Emden in der Sitzung vom 9. Januar 1946, Dietrich Janßen, Emden, 2007

Liste der Ratsmitglieder der "ernannten Stadtvertretung" 1945 - 1946 und des ersten gewählten Rates der Stadt Emden 1946 - 1948, Dr. Rolf Uphoff, Stadtarchiv Emden, 2007

Die Ratsmitglieder des ersten gewählten Rates der Stadt Emden von 1946 - 1948 (Fotografien). Wer besitzt noch Aufnahmen der nicht abgebildeten Ratsmitglieder? Bitte melden Sie sich bei uns über die eMail-Adresse: Info@bunkermuseum.de .

Rede des Oberbürgermeisters Georg Frickenstein im Behelfs-Rathaus vor dem neu gebildeten  Verwaltungsausschuss am 20. August 1945

Predigt des Pastors Gerhard Brunzema am 6. und 8. Mai 1945

Der Krieg war gerade erst einige Stunden vorbei, da hielt Pastor Brunzema eine Predigt im Hause der Familie Hinderks in der damaligen Neuen Straße (heute Friedrich-Ebert-Straße) und zwei Tage später in dem Barackenlager an der Geibelstraße. Diese Predigt gibt einen kleinen Einblick in die Schwere der damaligen Zeit wieder, als keine Glocken die Gläubigen zum Gebet rufen konnten. Die Stadt war eine Trümmerfeld. Am 8. Mai 1945 holte Pastor Brunzema seine Familie aus Coldeborg im Rheiderland wieder ab und sie fuhren mit Pferd und Wagen von Oldersum aus in die Stadt hinein, während die Engländer zur gleichen Zeit mit ihren Panzern in Emden einzogen.

60 Jahre nach dem Kriegsende 4. / 5. Mai 1945

Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes in Ostfriesland am 4. auf den 5. Mai 1945 versammelten sich zu einer gemeinsamen Gedenkstunde ca. 300 Menschen am 4. Mai 2005 in der Emder Martin-Luther-Kirche, um dieses besonderen Tages zu gedenken. Während an den übrigen Fronten bis zum 8. Mai 1945 die Kämpfe noch weiter gingen, herrschte in unserem Bereich am 5. Mai 1945 um 8.00 Uhr Waffenruhe. Über der zerstörten Stadt Emden lag eine Stille, auf die viele Menschen fünf Jahre gewartet hatten.

 

Erlebnisse zum Kriegsende, bearbeitet von Marten Klose, Emden, 2005

 

Bericht des Georg Wagner, Marine-Festungs-Batillon 367 zum Kriegsende in Ostfriesland, bearbeitet von Dietrich Janßen, 2004

Anfang Dezember 1944 kam Georg Wagner nach Emden, wo das Marine‑Festungs‑Bataillon 367 stationiert war. Es war untergebracht in einem Barackenlager hinter einem Kasernenkomplex an der Auricher Straße im sogenannten "Wilden Lande". Etwa 200 m von dem Barackenlager entfernt befanden sich mitten im Feld die Bunker der Flakbatterie "Tholenswehr". Ein großer Luftschutzbunker im nahen Kasernenbereich diente als Schutz gegen etwaige Fliegerangriffe. Emden bot damals einen tristen Anblick, war doch die Altstadt am 6. September 1944 durch einen Bombenangriff völlig in Schutt und Asche gelegt worden.

 © Dietrich Janßen, 26721 Emden, 2010-05-25